Universität Freiburg, AG Optomotorik  
   deutschsprachig    english speaking  
  Deutsch  Englisch
 
.  Startseite 
 
.  Wahrnehmung 
Hören
Sehen
Blicken
Zählen
 
. Störungen 
Legasthenie
ADS
Dyskalkulie
 
. Studien 
Wahrnehmung
Training
 
. Infos 
Veröffentlichungen
 
 
. Impressum
 

Hören

Wir hören nicht mit den Ohren, sondern mit dem Gehirn. Es genügt nicht, dass man verschiedene Töne überhaupt wahrnimmt, sondern man muss sie auch unterscheiden und interpretieren können. Die Voraussetzungen dazu werden durch noch sprachfreie Hörverarbeitungsprozesse im Gehirn geschaffen. Um sie zu prüfen muss die auditive Unterscheidungsfähigkeit geprüft werden. Dies ist heute mit neuen Methoden möglich geworden.

Bedeutung

Genaues Hören ist wichtig nicht nur zum Verstehen gesprochener Sprache, bei vielen Worten gibt das Hören auch wichtige Hinweise für die korrekte Rechtschreibung.

Forschungs-Gebiet

Gutes Hören erfordert mehr als nur gesunde Ohren. Gehörtes wird von Gehirn in unterschiedlichen Zentren auf viele unterschiedliche Aspekte hin untersucht, deren Funktion mit einfachen Tests getrennt geprüft werden können. Diese Tests wurden entwickelt in Zusammenarbeit mit Prof. Ptok von der Klinik Phoniatrie und Pädaudiologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Untersuchungs-Methode

Mit tragbaren Geräten können fünf sprachfreie Tests der auditiven Differenzierung durchgeführt werden. Die Geräte sind physikalisch kalibriert und die Altersnormdaten von 478 Kontrollpersonen im Alter zwischen 7 und 35 Jahren liegen vor.

Forschungs-Erkenntnisse

  • Altersentwicklung
    Wie auch beim Sehen und der Blicksteuerung durchläuft die auditive Differenzierungsfähigkeit eine lang anhaltende Alters-Entwicklung, die bis ins Erwachsenenalter hinein reicht. Das heißt, dass in der gesamten Schulzeit noch nicht die Werte von Erwachsenen erreicht werden.

  • Entwicklungsrückstände
    Mit den altersnormierten Verfahren lassen sich Entwicklungsrückstände leicht feststellen. Die Vergleichsgrafik zeigt dies am Beispiel einer Gruppe von legasthenischen Kindern.


    Auch bei anderen Lern- und Entwicklungsproblemen kann die sprachfreie Hörwahrnehmung betroffen sein. Die Auffälligkeitsquoten liegen zwischen 30% und 70% je nach Unterfunktion.

  • Trainings-Effekt
    Wie andere Hirnfunktionen lässt sich auch die auditive Differenzierungsfähigkeit durch gezieltes tägliches Üben verbessern. Allerdings sind die verschiedenen Unterfunktionen verschieden schwer zu erlernen. Die Grafik zeigt die schlechten Leistungen (rote Säulen) vor dem Training im Vergleich zu den guten Leistungen (blaue Säulen) nach dem Training. Die Zahlen über den Säulen geben die Erfolgsquoten an. Die grünen Säulen zeigen die mittleren Leistungen der erfolgreichen Kinder, das bedeutet: wenn das Hörtraining funktioniert, geht es schnell (10 Tage pro Aufgabe) und richtig gut.


Studien, Literatur-Hinweise

Fischer B.
Studien zur sprachfreien auditiven Differenzierung bei Legasthenie
Forum Logopädie, Heft 3 (21) Mai 2007, S. 30-35
(Volltext als PDF-Datei)

Schäffler T, Sonntag J, Fischer B (2004)
The effect of daily practice on low level auditory discrimination, phonological kills, and spelling in dyslexia.
Dyslexia, Volume 10, Issue 2, 2004. Pages 119-130
(abstract)

Fischer B, Hartnegg K (2004)
On the development of low level auditory discrimination and deficits in dyslexia.
Dyslexia, Volume 10, Issue 2, 2004. Pages 105-118
(abstract)

Schäffler T, Sonntag J, Fischer B (2003)
Sprachfreies Hörtraining: Transfer auf sprachgebundene Lautunterscheidung und Rechtschreibung.
die AKZENTE, Heft 60, Seiten 19-21

Fischer B, Schäffler T, Sonntag J (2002)
Sprachfreie auditive Differenzierung bei LRS und ADHD: Entwicklung, Auffälligkeiten und Trainingserfolge.
die AKZENTE, Heft 55/56, Seiten 38-41


 © 1998-2006 Arbeitsgruppe Optomotorik der Universität Freiburg