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Optomotorik > Wahrnehmung > Blicken > Studie Studie zum Transfer des Blicktrainings auf das Lesen-LernenDie Forschung der letzten 10 Jahre hat ergeben, dass bei Legasthenie (Dyslexie) bestimmte Komponenten der Blicksteuerung gestört sein können. Bis zu 60% dieser Kindern können davon betroffen sein (Biscaldi et al., 2000). Es wurde versucht, diese Entwicklungsrückstände durch ein tägliches Training mit einem Trainingsgerät (FixTrain) aufzuholen. Dies gelingt nachweislich in 85% der Fälle (Fischer & Hartnegg, 2000). Ein Drittel der trainierten Kinder zeigten sofort nach dem Training ohne zusätzliche pädagogische Förderung Verbesserungen ihrer Leseleistung. Hier wird berichtet, dass nach erfolgreich durchgeführtem Training der Lernerfolg bei pädagogischer Förderung erhöht ist gegenüber der gleichen Förderung ohne vorheriges Training. Diese Studie wurde in der Abteilung für Kinder und Jugendpsychiatrie durchgeführt und wird derzeit veröffentlicht. Die Augenbewegungen der legasthenischen Kinder wurden nach wissenschaftlich anerkannten Methoden (Fischer et al., 1997) gemessen und ausgewertet. Anhand der veröffentlichten Altersnormdaten wurde die Blicksteuerung als auffällig bzw. unauffällig diagnostiziert (Fischer et al., 1997). Nur Kinder mit Auffälligkeiten wurden aufgenommen. Die Trainingsgruppe bekam ein individuelles Blicktraining nach den Regeln des BlickLabor der Universität Freiburg verordnet (Fischer & Hartnegg, 2000). Kinder, bei denen Schwächen der sprachfreien Hörwahrnehmung festgestellt wurden, erhielten zusätzlich ein Training der jeweils auffälligen Komponenten der Hörwahrnehmung. Die Kontrollgruppe trainierte nicht. Beide Gruppen erhielten anschließend den gleichen Leseunterricht. Die Leseleistung vor und nach den beiden Phasen wurden verglichen.
Die Abbildung zeigt das Design der Studie und das Ergebnis (ganz rechts): der Lernerfolg der vorher trainierten Kinder war eine Reduktion der Lesefehler um 50% (dicke Linie). Die Kinder, die ihre Blicksteuerung nicht trainiert hatten, reduzierten ihre Fehlerquote um 20%. Dieser Unterschied von einem Faktor 2,5 war auch bei einer kleinen Stichprobe (N=2x8) mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 1% hoch signifikant. Der Vorteil hängt vom Alter ab und ist für Kinder ab 8 Jahren besonders deutlich. Bei einer Vorstellung eines Zwischenergebnisses dieser Studie auf dem Legasthenie-Kongress in Freiburg war diese Altersabhängigkeit noch nicht berücksichtigt. Dadurch wurde der Effekt verwässert und in der ersten statistischen Analyse nicht signifikant. Bei Berücksichtigung der Altersabhängigkeit erweisen sich sowohl der Trainings-Effekt, als auch die Altersabhängigkeit des Effektes als statistisch signifikant. Literatur-Hinweise
Hartnegg K, Fischer B (2002)
Fischer B, and Hartnegg K (2000)
Biscaldi M, Fischer B, Hartnegg K (2000)
Fischer B, Biscaldi M, and Gezeck S (1997)
Fischer, B., Gezeck, S., Hartnegg, K. (1997) |